Als Engel im Heer des Sonnengottes war Angtom einer der Elite. Er war Führer einer fliegenden Einheit, die in vorderster

 

    Front gegen die Truppen Gorods stand und schon viele von dessen Dämonen vernichtet hatte. Angtom

    Sie waren dabei eine Vampireinheit zu zerschlagen, alles hatte geklappt, der Hinterhalt, der Feuerüberfall, der Angriff. Sie waren auf ihre überraschten Gegner herabgefallen wie ein Hagelsturm, Schwerter und Äxte durchtrennten Fleisch und Knochen, Pfeile fanden mit tödlicher Präzision ihr Ziel und mehr und mehr Feinde wanden sich zur Flucht.

    Nach wenigen Minuten war das Gemetzel zu ende.

    Seine Kämpfer waren dabei den verwundeten Gegnern den Gar auszumachen, als ihm ein Fehler unterlief der sein Dasein für immer verändern sollte. Er sah den Vampir nicht der sich unter den Leichen seiner Kameraden verborgen hatte, als er sich zu seinen Männern umsah, die jubelnd den toten Körper des Vampirlords emporhoben. Erst nahm er den Biss gar nicht wahr der in seinen Unterarm fuhr, doch als er ihn bemerkte war es schon zu spät. Schmerz brannte durch seinen Arm, und als er schrie, rammte der Vampir ihm seinen blutenden Armstumpf in den Mund. Angtom wusste erst nicht was mit ihm geschehen war, dann brach er zusammen, der Schmerz durchflutete seinen ganzen Körper und er wand sich am Boden.

    Der Magus, den seine Kameraden zu Hilfe gerufen hatten, konnte sein Werk jedoch nicht vollenden, da die geflohenen Vampire Verstärkung geholt hatten, der Angriff war zu stark und seine Männer mussten ihn zurücklassen.

    Angtom merkte weder von seinem Transport, noch von seinen Tagen im Käfig, noch von der Veränderung seines Körpers etwas. In ihm tobte ein Kampf, ein Kampf um seine Seele, und immer mehr gewann die dunkle Seite Macht über ihn. Die Schmerzen trieben ihn in den Wahnsinn, seine Hände wurden zu Krallen und das Weiß seiner Flügel wurde zum heutigen Schwarz. Zu ihrem Vergnügen hetzten seine neuen Herren den rasenden Angtom gegen seine ehemaligen Freunde und viele seiner Kameraden fielen unter dem unkontrollierten Wüten des einstigen Engels.

    Als Gorod auf das neueste Spielzeug eines seiner Kommandeure aufmerksam wurde, war Angtom ein degeneriertes Wesen dessen Zorn und Schmerz künstlich verlängert wurde, um als Attraktion zu dienen.

    Angtom, im Käfig vor Gorod gebracht, machte trotz seiner erbärmlichen Erscheinung, Eindruck auf den Dämonenfürsten.

    Gorod nahm sich dem Geschundenen an. Er zügelte Angtoms Zorn, lenkte ihn in geregelte Bahnen, auf die die ihn damals zurückgelassen hatten, und gewann so sein Vertrauen. Gorod ließ eine schwarze, stachelbesetzte Rüstung für ihn anfertigen und übergab ihm eine gewaltige Axt, so groß, dass selbst ein Dämon, sie mit beiden Händen führen muss.

    Angtom wurde ein immer nützlicheres Mitglied von Gorods persönlicher Truppe und bekam schon bald ein eigenes Kommando. In der Schlacht von Hesiod tat er sich durch Mut und Geschick hervor und brachte den entscheidenden Schlag gegen den Feind, es war seine alte Einheit gewesen.

    Nach dem Bruch Gorods mit dem Rest der Unterwelt, hielt Angtom treu zu seinem Erlöser, und Gorod machte ihn zum Schutzherrn seiner sterblichen Ordenskrieger.

    Noch immer kämpfen Ordnung und Chaos, Wahnsinn und Verstand, Licht und Dunkelheit tief in seinem innern. Blut fließt ständig aus seinen Augen, seine Eckzähne sind lang und seine Krallenhände sind spitz und scharf.

    Der Kampf in Angtom schlägt immer wieder auf seine Krieger über, mal sind sie ein Haufen unkontrollierbarer Berserker, mal eine disziplinierte Elite, sie schänden und brandschatzen oder sie versorgen verwundete Gegner. Nur eins tun sie immer, furchtlos stürzen sie sich in den Kampf, bereit für ihren Herrn zu sterben und ihm zur Ehre zu gereichen, auf das keiner von ihnen jemals Schande über den Herrn der Krieger bringen
    möge!

Angtom